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02.11.2017 10:46

02.11.17 Stärkung der deutsch-chinesischen Wirtschaftskooperation

Vierte Delegationsreise Wuppertaler Unternehmen und Verwaltungsmitglieder nach China

Autor: C³ vom 2.11.17

Empfang bei Oberbürgermeister Liang in der Partnerstadt Dongguan

Dr. Johannes Slawig bei Kooperationsgesprächen

Besuch im Sino-German Ökopark in Qingdao

Dr. Rolf Volmerig bei der Standortpräsentation

Unternehmensbesichtigung in Shenzhen (Fotos: C³)

Die Wirtschaftsförderung Wuppertal ist bereits zum vierten Mal zur Delegationsreise nach China angetreten. Vom 22. Bis 29. Oktober 2017 sind Mitglieder der Wuppertaler Stadtverwaltung unter Leitung von Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig in Begleitung mehrerer Unternehmensvertreter nach China gereist. Auf dem Programm standen die Besuche von insgesamt fünf Städten, inklusive der Hauptstadt Peking und der offiziellen Partnerstadt Dongguan im Südwesten Chinas. Bestehende freundschaftliche Beziehungen wurden gepflegt und ausgebaut und Brücken zu neuen Städten gebaut.
Die Vertiefung der auf dem 1. Deutsch-Chinesischen Automobilkongress geknüpften Kooperationsbeziehungen und der Aufbau von Bildungskooperationen standen im Mittelpunkt der Delegationsreise nach China. Auch der unternehmerische Erfahrungsaustausch auf Geschäftskonferenzen und die Besichtigung von Industrie- und Gewerbeparks in verschiedenen Städten waren wichtige Bestandteile der Reise.

Vielfältige Ziele

Mit der einmal pro Jahr stattfindenden Delegationsreise verfolgt die Wirtschaftsförderung mehrere kongruente Ziele: Zunächst geht es darum den städtischen Dialog zu fördern und auf bilateraler kommunaler Ebene neue Kontakte auf Regierungs- und Verwaltungsebene zu knüpfen. Ein zentrales Anliegen ist natürlich auch das regionale Standortmarketing für die Stadt Wuppertal. Gespräche mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft bei offiziellen städtischen Empfängen, auf Wirtschaftsforen und bei Präsentationen in Industrie- und Gewerbeparks sind hervorragende Gelegenheiten, um auf den Wirtschaftsstandort Wuppertal aufmerksam zu machen. Potentielle Investoren können vor Ort direkt auf Wuppertal aufmerksam gemacht werden. Das gleiche gilt für das touristische Marketing für die Stadt Wuppertal und die Region Bergisches Land. Die Heimatstadt von Friedrich Engels hat nicht nur für deutsche Touristen einiges zu bieten.
Auf der anderen Seite bietet die Delegationsreise auch Unternehmern aus der Region auch eine hervorragende Möglichkeit, Marktpotentiale vor Ort zu erkunden und erste Chinakontakte zu knüpfen.
Zuletzt ist es für die Wirtschaftsförderung Wuppertal auch wichtig, in der Volkswirtschaft mit der größten Dynamik der Welt stetig neue Eindrücke zu gewinnen und über Markt- und Entwicklungstrends informiert zu sein. Das große Potential neuer Geschäftsmodelle zwischen China und Deutschland wurde ja zuletzt auf dem „1. Deutsch-Chinesischen Automobilkongress – Zukunftsmobilität und Intelligente Produktion“ am 25. September in Wuppertal von Experten und dem Fachpublikum beider Länder hervorgehoben.

Zu Gast bei Freunden
 
Der erste Teil der von Nancy Wilms, Leiterin des China Competence Centers (C³), organisierten Reise galt dem Besuch der offiziellen Partnerstadt Dongguan und der ebenfalls in der Provinz Guangdong liegenden Stadt Shenzhen im Südosten Chinas.
Beim offiziellen Empfang durch Oberbürgermeister Liang Weidong wurde der Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Wuppertal und Dongguan beschlossen und die Fortführung des Austauschprogramms von städtischen Mitarbeitern vereinbart. So wird Hanno Rademacher, Projektmanager des C³, im kommenden Jahr einen Monat bei der Wirtschaftsförderung in Dongguan verbringen. 2017 war Nancy Wilms bereits in Dongguan und zwei Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung aus Dongguan beim C³ in Wuppertal. Im April 2017 besuchte eine Delegation aus Dongguan bereits die bergische Metropole.
Mit der Technischen Universität in Dongguan wurden Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den Fachbereichen Elektrotechnik und Maschinenbau besprochen.  Der gegenseitige Austausch von Masterstudenten stand genauso auf der Gesprächsagenda wie mögliche Formen der Zusammenarbeit mit der Technischen Akademie Wuppertal (TAW), deren künftiger Vorstand Achim Schulz ebenfalls der Delegation angehörte. Es gab auch Gedankenspiele, einen Erfahrungsaustausch zwischen jungen Unternehmern, wie z.B. den Wuppertaler Wirtschaftsjunioren, mit chinesischen Gründern zu organisieren.
Oberbürgermeister Liang berichtete der Delegation von den regionalen Entwicklungsplänen der Stadt und hob besonders das regionale Clustermanagement hervor. Die Stadt wird im Rahmen der nationalen Entwicklungspläne der neuen Seidenstraße zusammen mit der Provinzhauptstadt Guangzhou und der Nachbarstadt Shenzhen einen staatlichen Innovationskorridor bilden. Die Partnerstadt Wuppertals liegt demnach auf einer der wichtigsten Entwicklungsachsen der chinesischen Volkswirtschaft und bietet vielversprechende Möglichkeiten im Bereich Wirtschaftskooperationen.

Geschäftsmodelle und Kooperationspotentiale

Auf der gemeinsamen „Investment Cooperation Conference“ mit dem Unternehmerverband in Shenzhen wurden die Themen Industrie 4.0 und Automatisierungstechnik, die auch die Schwerpunkte des Automobilkongresses in Wuppertal im September darstellten, vertieft. Es wurde vereinbart, bis zur Hannover Messe 2018 konkrete Projekte unter anderem aus dem Bereich Messtechnik zu entwickeln.
Das Thema Automotive stand im Zentrum der Gespräche in Jinan. Die Wuppertaler Delegation wurde in der Hauptstadt der Provinz Shandong vom Oberbürgermeister Wang Zhonglin empfangen. Die Stadt ist eines der Automotive-Zentren in China und Hauptsitz von SinoTrucks, dem größten Hersteller für Lastkraftwagen in China. Es gibt ein etabliertes Cluster der Zuliefererindustrie. Wuppertaler Unternehmen haben die Chance, dort mit Unterstützung der Verwaltung von Jinan zu investieren. Phillip Hundt, Kfz-Sachverständiger beim TÜV Rheinland und Mitglied der Delegation, sieht in diesem Bereich großes Zukunftspotential.
Die nächste Station war die schöne Küstenstadt Qingdao. Nach einem offiziellen Empfang bei Oberbürgermeister Meng Fanli konnten sich die Delegationsteilnehmer im Sino-German Ecopark ein Bild von einem innovativen Entwicklungscluster machen und einige spannende produzierende Unternehmen besuchen. Auch ein Besuch bei der Partnerschule des Berufskollegs Werther Brücke stand auf dem Programm. Für Richard Hubinger, dem Besitzer des Wuppertaler Brauhaus, haben sich auch einige vielversprechende Kontakte für den Vertrieb seiner neuen Biermarke Engelsbräu oder gar eine Bierproduktion mit deutschen Zutaten in China ergeben.
In Peking konnte man sich schließlich noch mit dem Vorstand der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), Li Zhaohui,  über die Nutzung der touristischen Potentiale Chinas für die Stadt Wuppertal austauschen. Die Heimatstadt von Friedrich Engels ist mit dem gründerzeitlichen Briller Viertel sowie der Schwebebahn nicht nur für chinesische Delegationsreisende interessant, sondern auch für die sogenannte „2nd wave“, chinesische Freizeitreisende, die Europa und Deutschland bereits besucht haben und beim erneuten Besuch abseits der Massenrouten das Land kennenlernen wollen.
Die diesjährige Delegationsreise war laut Dr. Rolf Volmerig ein voller Erfolg:
„Es ist wichtig die dynamischste Wachstumsregion der Welt zu besuchen und vor Ort mit Partnern und potentiellen ins Gespräch zu kommen um Potentiale für unsere Stadt zuerschließen und zu nutzen.“

Die Tatsache, dass man mit der vergleichsweise kleinen Delegation von den Oberbürgermeistern von gleich drei landesweit bedeutsamen Städten empfangen wurde, unterstreicht den Stellenwert, den die Stadt Wuppertal in China bereits einnimmt.