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26.09.2017 15:56

26.09.17 1. Deutsch-Chinesischer Automobilkongress 2017: Voneinander gelernt - automobile Zukunft gemeinsam entwickeln

Ausgesprochen gut war die Stimmung beim ersten Deutsch-Chinesischen Automobilkongress, der am 25. September 2017 in der Historischen Stadthalle stattfand. Das hochkarätig besetzte Vortragsprogramm für das Fachpublikum aus beiden Ländern wurde ergänzt durch eine interessante Kongressausstellung und eine extra eingerichtete Matchmaking-Lounge für unternehmerische Kooperationsgespräche. Eine Neuauflage zusammen mit den deutschen und chinesischen Veranstaltungspartnern ist bereits geplant.

Autor: PM C³/Wifö W vom 26.09.17

Oberbürgermeister Andreas Mucke begrüßte die zahlreichen Gäste in Wuppertals "Schmuckkästchen", der Historischen Stadthalle. (Fotos: Gunnar Bäldle)

Die Gelegenheit zum Netzwerken wurde in den Pausen gerne genutzt.

Von dem hochkarätig besetzten Bühnenprogramm profitierten alle Gäste.

Auch die Ausstellung innen und außen beeindruckte, erstklassige Oldtimer gehörten genauso dazu wie das mehrfach ausgezeichnete Highend-Wohnmobil der Firma Volkner oder der Sportwagen EVEX 910.

Sichtlich zufriedene Veranstalter und Partner, die einer weiteren Auflage druchaus aufgeschlossen sind.

Auf der innovativen Kommunikationsplattform trafen in dieser Form erstmals rund 350 deutsche und chinesische Automobilzulieferer sowie branchennahe Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Das dieser erste und bisher in Deutschland so einmalige Kongress in Wuppertal stattfand, freute auch die Stadtspitze: „Wuppertal steht einmal mehr vorn, wenn es um Kooperation und technischen Fortschritt geht“, so Oberbürgermeister Andreas Mucke in seiner Begrüßung.
Ziel der Veranstaltungspartner war es, die üblichen deutsch-chinesischen Kongressformate um eine branchenspezifische Variante zu erweitern. Der Zeitpunkt im direkten Anschluss an die IAA in Frankfurt ermöglichte zudem die Einbindung eines internationalen Publikums, gerade auch aus China. Das Land ist schließlich einer der wichtigsten Automärkte weltweit und maßgeblich an den globalen Mobilitätstrends beteiligt.
Allein 2016 wurden 28 Millionenen Fahrzeuge deutscher Hersteller in China verkauft.  Auf der anderen Seite wurde ein Drittel aller Patente im Bereich Hybridtechnologie in Deutschland angemeldet. Neue Technologien sind auch in China auf dem Vormarsch. Nach den USA, Japan und Deutschland ist China die viertgrößte Autobaunation im Bereich E-Mobilität. Es gibt also Anlass genug zu mehr Austausch und Kooperation. Lili Tao, stellvertretende Generalkonsulin der Volksrepublik China in Düsseldorf wandte sich somit an die Gäste: „Es geht um die grüne Zukunft der Automobilindustrie. Sie sitzen hier ganz nah an der Quelle der weiteren gemeinsamen Zusammenarbeit.“
Die Einladung an deutsche Unternehmen, in China tätig zu werden, sprach Yaojun Xu aus: „Wir haben einen offenen Markt für ausländische Unternehmen, die bei uns auch Förderungen in Anspruch nehmen können.“ Er ist Direktor der 2014 gegründeten China International Investment Promotion Agency (Germany) und gehörte mit zu den Veranstaltern. Die Idee dazu wurde bei einem Arbeitstreffen mit dem China Competence Center (C³) der Wirtschaftsförderung Wuppertal entwickelt. Als weitere Veranstalter konnten die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft sowie das China Automotive Technology & Research Center und ElektroMobilität.NRW gewonnen werden. Sofort mit an Bord war auch NRW.Invest, Geschäftsführerin Petra Wassner betonte in ihrer Begrüßung die engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und NRW mit seinen rund 800 Unternehmen in der Automobilzuliefererindustrie.

Globale Trends und Zukunftsmobilität

Im Mittelpunkt des Automobilkongresses stand das moderierte Bühnenprogramm, bei dem deutsche und chinesische Experten aus der Automobil- und Zulieferindustrie dem Fachpublikum ihr Know-how vermitteln. Über globale Trends in der Automobilbranche sprach beispielsweise Markus Kerkhoff, Geschäftsführer von Delphi Deutschland, die ihren Sitz in Wuppertal hat. Autonomes Fahren ist hier nicht länger Vision, sondern wird auf einer Teststrecke auf den Südhöhen der Stadt schon zur Realität. Weitere Vorträge gab es in diesem ersten Teil auch von Patrick Oosterveld, stellvertretender Vertriebsdirektor von BYD Europe, der über Entwicklungstrends chinesischer Elektromobilität und der damit verbundenen eigenen Unternehmensstrategie referierte. Kerngeschäft sind Bauteile und wiederaufladbare Batterien für Fahrzeuge. Mit Dr. Wilfried Beneker stand ein weiterer Geschäftsführer eines international in China tätigen Wuppertaler Unternehmens auf dem Podium. Wie Vorwerk Autotec Industrie 4.0 umsetzt und die weltweiten Produktionsstätten vernetzt und steuert, waren seine Themen. In der anschließenden Paneldiskussion entwickelte sich ein interessanter Dialog zu den länderspezifischen Zukunftswegen im Bereich Automotive.
Im zweiten Teil der Konferenz ging es um Geschäftsmodelle und Technologien für die Zukunftsmobilität. Connected Cars und Elektromobilität standen auch hier im Mittelpunkt der Vorträge. Dr. Michael Lemke, Senior Technology Expert bei Huawei Technologies Deutschland war einer der Referenten. Er zeigte sich beeindruckt von der Veranstaltung: „Mehr als ein Drittel der Gäste hier sind Chinesen, das zeigt das hohe Interesse.“ Von der Qualität der Vorträge war er ebenso überzeugt wie Shi Hong, Vertreterin des China Automotive Technology & Research Center (CATARC): „Ich habe viel gelernt, in Sachen Elektromobilität können sich beide Länder weit voranbringen.“
Ob deutsche oder chinesische Gäste, die meisten hofften auf neue Kontakte. Dass diese Hoffnung erfüllt wurde, zeigten die regen Gespräche inklusive Visitenkartentausch in den Pausen und im Anschluss beim Abendbuffet. Wer im Vorfeld nichts dem Zufall überlassen wollte, hatte seine Kontaktwünsche schon bei der Anmeldung beschrieben und wurde beim Matchmaking ganz gezielt mit den richtigen Gesprächspartnern zusammengebracht. „Rund 100 Unternehmen haben wir heute ganz gezielt an einen Tisch gebracht“, berichtet Michael Kranz, Geschäftsführer von matchbird, die diesen Part der Veranstaltung übernommen hatten.
Eventuelle Sprachbarrieren konnten übrigens dank eines großen Dolmetscherteams für die bilateralen Gespräche und entsprechender Technik und Simultanübersetzung bei den Vorträgen gut überwunden werden.
Lob für dieses Veranstaltungskonzept gab es von vielen Seiten und so wird wohl einer weiteren Auflage nichts im Wege stehen.