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13.09.2020 18:30

Im Livestream: Automotive-Cluster Bergisches Land

Das China Competence Center (C³) der Wirtschaftsförderung Wuppertal setzt in der Corona-Krise verstärkt auf digitales Standort-Marketing. Gemeinsam mit den Auslandsbüros von NRW.Invest in China stellte das C³ den Wirtschaftsstandort Wuppertal und die Automobilbranche in NRW vor.

Autor: C³

Hanno Rademacher präsentiert die Zuliefererbrnache in NRW

Chen Gong von NRW.Invest Chengdu in Westchina

Internationaler Austausch per Videochat

Wuppertal- Home of Hidden Champions

Forschungsprojekte und Clustermanagement auf regionaler Ebene (BSW)

Digitales Standortmarketing für das Bergische Land und NRW

 

Eine Stunde lang referierte der Leiter des China Competence Centers (C³) über die Vorzüge des Wirtschaftsstandortes Wuppertal und die Automotive-Region im Bergischen Land. Über 140 interessierte Zuschauer verfolgten den Vortrag. Im Anschluss gab es im eigens eingerichteten Chat-Room einen regen Austausch mit Unternehmern, Stadtentwicklern und Behördenvertretern aus China.

 

Gerade der Kontakt zu ausländischen Wirtschaftspartnern ist während der Corona-Krise schwierig zu halten. „Delegationsreisen und Präsenzveranstaltungen sind seit Monaten nicht möglich und werden auch zeitnah nicht stattfinden“, erklärt Hanno Rademacher. „Wir müssen andere Kanäle nutzen, um potenzielle Partner aus China für den Standort Wuppertal und das Bergische Land zu begeistern“. Deshalb fokussiert das C³ sich derzeit verstärkt auf digitale Kanäle und folgt damit den jüngsten Trends im Land der Mitte.  

 

NRW ist Zentrum der Automobilzuliefererindustrie


Auf Einladung des Repräsentanzbüros von NRW.Invest in der chinesischen Stadt Chengdu präsentierte Rademacher den Wirtschaftsstandort Wuppertal von seinen Anfängen in der Zeit der Frühindustrialisierung mit den Ursprüngen vieler heutiger Hidden Champions.

Ein Themenschwerpunkt lag auf den innovativen Verkehrskonzepten der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) und aktuellen Forschungsschwerpunkten der Bergischen Universität (BUW).

 

Besonderer Fokus lag auf der Automobilzuliefererindustrie. Entgegen der weitläufigen Meinung ist Nordrhein-Westfalen ein wichtiger Standort der Automobilindustrie. NRW ist Heimat zahlreicher Automobilzulieferer. Mit 250 der 800 Unternehmen nennen knapp ein Drittel der NRW-Zulieferer das Bergische Land ihr zu Hause. Im Gegensatz zu Automotive-Regionen im Süden Deutschland existiert hier keine einseitige Spezialisierung auf den Verbrennungsmotor. Es werden vor allem Komponenten und Module für Interieur und Exterieur des Fahrzeuges sowie elektrische und elektronische Module hergestellt. Mit Blick auf die großen Trends von Elektromobilität sowie autonomen und vernetzten Fahren ergeben sich trotz Strukturwandel und Anpassungsdruck auch große Chancen.

 

Hanno Rademacher gab den Zuschauern auch einen Überblick über die aktuellen Projektentwicklungen in der Automobilbranche auf regionaler und landesweiter Ebene. Die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) entwickelt in enger Koordination mit der Landesregierung in Düsseldorf ein Cluster-Management für die Zuliefererindustrie in NRW. Der Verein automotiveland.nrw treibt die Clusteraktivitäten mit großer Unterstützung aus dem produzierenden Gewerbe voran. In verschiedenen Teilprojekten der geförderten Initiative bergischsmartmobility werden KI-basierte Konzepte und Technologien des autonomen Fahrens durch die BUW, die WSW und zahlreiche Unternehmen unter Realbedingungen untersucht.

 

Das C³ hat gemeinsam mit der BSW und NRW.Invest im September 2017 in Kooperation mit der CIPA (Germany) den 1. Deutsch-Chinesischen Automobilkongresses in Wuppertal organsiert. Ziel war die branchenspezifische Vernetzung mit dem Ziel gemeinsame Geschäftsmodelle, z.B. der deutschen Zuliefererindustrie und der chinesischen OEMS, zu erschließen. Der Automobilkongress findet mittlerweile im jährlichen Wechsel zwischen Deutschland und China statt und hat sich als innovative und nachhaltige Kommunikationsplattform etabliert.

 

Strukturwandel ist ein globales Thema

 

Die Reaktionen aus dem chinesischen Publikum – vornehmlich leitende Angestellte von Unternehmen, des Cluster-Managements sowie der öffentlichen Verwaltung auf Kommunal- und Provinzebene – waren durchweg positiv. Man beschäftigt sich dort mit denselben Themen wie hier.

 

Chinesische Unternehmen aus der Automobilbranche stehen vor derselben Situation wie deutsche Unternehmen: Der Strukturwandel und neue Formen der Mobilität sind große Herausforderungen, bieten aber auch Chancen. Und auch in China spürt man den Strukturwandel und den Anpassungsdruck an technologische Trends. Die breite Masse der chinesischen Unternehmen der Automobilbranche sind nicht die hochmodernen und innovativen E-Mobility Start-Ups wie etwa NIO, sondern Staatskonzerne aus den 80er und 90er, die gleichermaßen den Wandel vom konventionellen Fahrzeugbau hin zur Zukunftsmobilität meistern müssen. Komponenten und Know-How deutscher Zulieferer aus NRW können dabei helfen, da chinesische Erstausrüster derzeit verstärkt neue qualitativ hochwertige Zulieferer suchen.

 

Weitere Veranstaltungen geplant


Hanno Rademacher zieht eine positive Bilanz seines digitalen Auftritts: „Die Teilnehmer haben großes Interesse an weiteren B2B-Formaten und Matchmakings signalisiert. Besonders das Interesse an den Themen E-Mobilität und autonomes Fahren ist groß“. Im Nachgang habe es bereits einige Kontaktanfragen von chinesischer Seite gegeben.

 

Die Übertragung des Online-Vortrags wurde von allen NRW.Invest-Büros in China unterstützt, wie Guangzhou, Shanghai, Beijing oder Nanjing. Dank der guten Resonanz sind weitere Follow-Up Meetings mit Beteiligung weiterer Wirtschaftsakteure aus dem Bergischen Land geplant.