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05.12.2018 11:21

Wuppertaler Delegation auf dem 2. Deutsch-Chinesischen Automobilkongress in China

Die Delegation aus Wuppertal rund um Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig und Bürgermeisterin Ursula Schulz ist anlässlich des 2. Deutsch-Chinesischen Automobilkongresses in Nanjing und Nanchang nach China gereist.

Autor: C³

Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig bei seiner Eröffnungsrede

Wuppertal ist Mitglied der Arbeitsgruppe der Deutsch-Chinesischen Automobilallianz

Volle Reihen auf dem 2. Automobilkongress in Nanjing

Fachkundige Podiumsdiskussion mit Experten aus beiden Ländern

Dr. Andreas Braasch im Gespräch

Stephan A. Vogelskamp (BSW) erläutert das Cluster Automotive Bergisches Städtedreieck

Rudolf Moos (Breuckmann E-Mobility), Thomas Lämmer-Gamp (Teamleiter BSW) sowie Per Kohl und David Michalik (Uni Wuppertal, SIKOM+)

Fortführung der Austauschplattform

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Wuppertal  hat das Kongressformat im September 2017 in der Historischen Stadthalle mit Unterstützung der China International Investment Promotion Agency (CIIPA Germany) ins Leben gerufen und so eine dauerhafte branchenspezifische Austauschplattform für Unternehmen beider Länder etabliert.

Der Kongress des Vorjahres wurde nun in China fortgeführt. Die chinesischen Veranstalter organisierten mit Kongressen am 25.11.18 in Nanjing und am 29.11.18 in Nanchang ein zweiteiliges Format. Unternehmen, Verbände und Forschungsinstitutionen bietet der Kongress Möglichkeiten für gemeinsame Projekte und Geschäftsmodelle. 400 Experten und Fachkräfte haben sich zu den wichtigsten Themen der Zukunftsmobilität wie Elektromobilität sowie vernetztes und autonomes Fahren ausgetauscht. Aus Deutschland sind rund 60 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet angereist.


Die Delegation der Stadt Wuppertal umfasste elf Teilnehmer. Die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW), die Wirtschaftsförderung Wuppertal, die Bergische Universität Wuppertal, die Technische Akademie Wuppertal (TAW) sowie Unternehmer wie Andreas Braasch von der IQZ GmbH haben sich in Nanjing über die chinesischen Trends der Zukunftsmobilität informiert.

Lob für innovatives Konzept

In einer feierlichen Eröffnungszeremonie erfolgte die Staffelübergabe durch Dr. Slawig an die diesjährigen Veranstalter der Stadt Nanjing. Direktor Liu von der landesweiten Wirtschaftsförderung der Volksrepublik China bedankte sich bei der Stadt Wuppertal für die Durchführung des 1. Kongresses und lobte das innovative Konzept. Kommunikation sei die Grundladlage für erfolgreiche Zusammenarbeit und der Kongress bringe Experten aus beiden Ländern zu spezifischen Themen zusammen.

Die Volksrepublik China ist der weltweit größte Absatzmarkt für die deutschen Automobilhersteller und die vorgeschaltete Zuliefererindustrie wie Jürgen Lind von der Audi China AG bestätigte. Mit dem ETRON wird die Audi AG im nächsten Jahr ein Fahrzeug mit voll elektronischem Antrieb auf den Markt bringen. Die entsprechenden Batterien werden in China hergestellt. Bis 2025 wird ein Marktanteil von 20 Prozent für Elektrofahrzeuge erwartet.

Automotive-Kompetenz aus dem Bergischen Land

Stephan A. Vogelskamp und Thomas Lämmer-Gamp von der BSW stellten das Automotive Cluster des Bergischen Städtedreiecks vor. 250 Zulieferer aus der Region rund um Wuppertal sind der Branche zuzurechnen. Es besteht eine aktive Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium das Netzwerk des Automotive-Cluster NRW neu aufzustellen.


Auch die Bergische Universität Wuppertal (BUW) forscht aktiv an den Szenarien der Elektromobilität wie Per Kohl und David Michalik vom Lehrstuhl von Prof. Kummert berichteten. Es besteht eine enge Forschungskooperation mit BSW zur Potentialerschließung des Automobilstandortes Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam wurde die die Zukunftsstudie Automotive Region Bergisches Städtedreieck 2030 veröffentlicht.


Dr. Andreas Braasch, Geschäftsführer der Wuppertaler Firma IQZ, führte als Moderator durch die Podiumsdiskussionen. Die IQZ GmbH berät produzierende Unternehmen weltweit und ist aktiv im Chinageschäft engagiert. „Durch das Kongressformat können wir als Wuppertaler Unternehmen sowohl Kontakte zu den deutschen regionalen Automobilclustern knüpfen und auch direkt mit chinesischen OEMs in Kontakt treten. Wir hatten Gespräche mit NIO, Byton und FAW“, erläuterte Dr. Braasch.

Dr. Braasch hatte bereits den 1. Automobilkongress am 25.09.17 in Wuppertal moderiert.

Gemeinsame Trends – Gemeinsame Chancen

Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass die Mobilitätstrends in China und Deutschland große Ähnlichkeiten aufweisen. Elektromobilität, autonomes Fahren, vernetztes Fahren und digitale Anwendungen prägen die Entwicklung in beiden Ländern. Während Deutschland technologisch noch immer die Spitzenposition hält, ist China fortschrittlicher bei der Schaffung von Rahmenbedingungen, die zum Beispiel Elektromobilität mit einem entsprechenden Netz von Ladestationen und autonomes Fahren erst ermöglichen.
Für die deutsche Zuliefererindustrie bieten die chinesischen Automobilhersteller enorme Geschäftspotentiale. Hui Zhang von dem Elektrofahrzeughersteller NIO betonte die Wichtigkeit der internationalen Zusammenarbeit. Die Firma hat ein Entwicklungszentrum in München mit 50 Mitarbeitern aus 30 Ländern. Zhang hatte bereits am Kongress in Wuppertal teilgenommen. Es bestehen bereits Geschäftskontakte mit einem Bergischen Unternehmen.  


Neben den beiden Kongressen in Nanjing und Nanchang besuchten die Automotive-Experten aus dem Bergischen Land auch die automechanika 2018 in Shanghai, die größte Messe Asiens für Automobilzulieferer, Autozubehör und Dienstleistungen rund um die Mobilität.


Das China Competence Center (C³) der Wirtschaftsförderung organisiert regelmäßig branchenspezifische Events zum Austausch im Bereich Automotive.